„Der Nackte Wahnsinn“ – Theaterbesuch in Darmstadt

Am 20.03.16 waren Marcel, Christiane, Tina H., Claus und Adriana im Staatstheater Darmstadt, um Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn“ unter Regie von Caroline Stolz zu sehen.

Worum geht es?

Eine Schauspielgruppe steht mit der Komödie „Nackte Tatsachen“ unmittelbar vor der Premiere – und nichts klappt. Kein Wunder, dass allmählich nicht nur die Nerven der Regisseure blank liegen, wenn Dotty zum wiederholten Mal ihre Requisiten vergisst, Selsdon vom Alkoholkonsum abgehalten werden muss und Brooke schon wieder ihre Kontaktlinse verloren hat.

Photo: Andreas Praefcke – Eigenes Werk (CC BY 3.0)

Und dabei hätten alle mit dem turbulenten Bühenspaß, den sie proben, mehr als genug zu tun: Die Haushälterin Mrs. Clackett will einen ruhigen Nachmittag verbringen, da tauchen (zunächst voneinander unbemerkt) der Immobilienmakler mit seiner Geliebten und dann auch noch die steuerflüchtigen Hausbesitzer („Wir sind nicht hier, wir sind in Spanien!“) auf.

Der britische Dramatiker Michael Frayn zeigt in drei Akten anhand der immer gleichen Szenenabfolge, wie die Truppe zunächst die Generalprobe bewältigt (aus der Perspektive des Zuschauerraums), dann eine typische Tourneevorstellung (aus der Perspektive des Bühenraums) und schließlich eine der letzten Vorstellungen des Stücks (wieder aus der Zuschauerperspektive). Die unterschiedlichen Perspektiven sind durch das Drehen der Bühne möglich. Dabei werden die Mechanismen des Theaters ebenso offengelegt wie die Zerbrechlichkeit des Lebens, denn die zwischenmenschlichen Spannungen innerhalb des Ensembels haben immer wieder unvermutete Auswirkungen auf den Vorstellungsverlauf. So hat die Dernière des Stückes absolut nichts mehr mit dem zu tun, was im Drehbuch steht – der nackte Wahnsinn.

Wie war es?

„Der nackte Wahnsinn“ ist ein Stück, bei dem das Zusehen unglaublich Spaß macht – vor allem, wenn man weiß, wie es auf und hinter der Bühne, in den Proben und vor den Vorstellungen zugeht. Es ist ein unglaublich dynamisches Spiel: Die eine Tür schließt, die andere öffnet sich, wo sind die Requisiten hin, wer möchte wen gerade umbringen und warum, und wo kommt eigentlich der Kaktus her?

Die Entwicklung der Charaktere ist unglaublich spannend, ebenso wie die Entwicklung der Inszenierung – frei nach dem Motto „Rettet, was zu retten ist!“. Wir hatten sehr viel Spaß, können das Stück nur weiterempfehlen und hätten große Lust auf eine eigene Inszenierung! Ein Besuch lohnt sich!

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